HALM - Mehr Geschmack, weniger Müll / Trinkhalme aus Glas [INTERVIEW]

HALM Trinkhalme aus Glas 1

Unnötig und dennoch in vielen Getränken nach wie vor die Norm - Strohhalme aus Plastik!

Kaum ein Konsument denkt darüber nach, was mit Strohhalmen passiert, nachdem sie einmal im Müll gelandet sind. Warum auch? Aus den Augen aus dem Sinn.

Wusstest du, dass wir Deutschen jährlich 40 Milliarden Strohhalme aus Plastik verbrauchen? Auch ich bin schuldig, obwohl es doch so einfach wäre das eigene Getränk ganz ausdrücklich ohne Strohalm zu bestellen, oder? Nachhaltiger zu leben heißt auch, sich bewusst über alltägliche, wenn auch noch so kleine Umweltsünden zu werden und daraufhin bewusst zu handeln. Wenn du noch nicht so recht weißt, wie du damit anfangen kannst, dann schau dir einfach meine hilfreichen Tipps für ein nachhaltigeres Leben an - und vergiss dabei nicht auch gleich Plastik Strohhalmen lebewohl zu sagen!

Shia von Wasteland Rebel hat das Problem ganz gut zusammengefasst, denn oftmals vernachlässigen wir die kleinen Umweltsünden mehr, da wir denken, dass diese nicht wirklich ins Gewicht fallen, wenn man sich einmal das globale Müllproblem vor Augen hält. Doch gerade hier kann jeder ansetzen und etwas für unsere Umwelt tun!  #strawssuck

Plastik Strohhalme können nicht recycelt werden und viele landen nach Gebrauch in unseren Flüssen und Meeren. Dort stellen sie eine große Gefahr für Meeresbewohner dar, die diese fälschlicherweise verschlucken und davon ersthafte Schäden davontragen könnten. Doch auch an Land stellen die Plastikhalme ein riesiges Problem dar, denn bis sie sich zersetzen vergehen ein paar hundert Jahre.

Dabei ist es mittlerweile so einfach Plastikstrohhalme durch nachhaltige Trinkhalme zu ersetzen, denn diese gibt es aus Glas, Bambus, Papier oder sogar Kartoffelstärke.

Eine Firma, die es sich auf die Fahne geschrieben hat, Plastik Strohhalme endgültig abzuschaffen möchte ich dir heute vorstellen und habe deshalb David von HALM zum Interview gebeten.

HALM stellt wiederverwendbare und bruchfeste Trinkhalme aus Glas her, um weniger Plastik in die Umwelt zu bringen. Was das Unternehmen so besonders macht und was auch du tun kannst, um in Zukunft Plastik Strohhalme zu vermeiden, das erfährst du jetzt!

Bild: HALM

Bild: HALM


Hi David, wer steckt hinter HALM und wie entstand die Idee Trinkhalme aus Glas herzustellen?

Alles begann damit, als unsere Gründer Sebastian und Hannah auf der Insel Koh Phayam in Thailand im Jahre 2015 mit Freunden Urlaub machten. Sie fanden am Strand sehr viel Abfall, welcher aus dem Indischen Ozean angeschwemmt wurde und beschlossen kurzerhand eine Müll-Sammelaktion zu machen. Dabei sammelten sie unzählige Säcke voll Plastikmüll und bemerkten, dass gefühlt fast jedes zweite Teil ein Plastik Strohhalm war. Sie waren geschockt als sie sich die Zahlen angesehen haben. Zumal eine gewisse Sensibilität für Plastikflaschen und Plastikbeutel im deutschsprachigen Raum aktuell bereits besteht, Trinkhalme aus Plastik jedoch noch keine mediale Aufmerksamkeit erfahren haben. Den beiden wurde klar: Wir müssen was dagegen tun! Die Idee zu HALM – dem Trinkhalm aus Glas war geboren.

Was macht euer Unternehmen besonders?

Wir lassen ausschließlich in Deutschland zu fairen Konditionen produzieren. Wir streben ein möglichst nachhaltiges und faires Handeln an und wollen auch für andere Firmen ein gutes Beispiel darstellen.  

Das Problem liegt wahrscheinlich daran, dass viele gar nicht bemerken, wie häufig wir aus Trinkhalmen trinken, sei es Zuhause oder in Bars oder Restaurants.

Leider wissen viele Menschen nach wie vor nicht, warum sie nachhaltige Trinkhalme kaufen sollten. Könnt ihr kurz erklären warum genau das allerdings so wichtig wäre und warum Trinkhalme aus nachhaltigen Materialien besser sind?

Das Problem liegt wahrscheinlich daran, dass viele gar nicht bemerken, wie häufig wir aus Trinkhalmen trinken, sei es Zuhause oder in Bars oder Restaurants. Wenn man sich aber die Zahlen vor Augen führt, dann versteht man was dieser 1g Plastikartikel in Summe ausmacht. Alleine in Deutschland werden jährlich ca. 40 Milliarden Plastik Trinkhalme verbraucht, das entspricht ungefähr 28.000 Tonnen Plastikmüll, der ganz unbemerkt nebenbei entstehen. Weltweit sind es sogar 3-6 Milliarden Strohhalme aus Plastik täglich! Diese Zahlen waren für uns ein eindeutiges Warnsignal etwas unternehmen zu müssen und wir hoffe, dass wir mit unserem HALM diese Botschaft weitertragen können und andere auch für dieses wichtige Thema sensibilisieren können. (Mit HALM möchten wir aber auch eine Alternative anbieten, die attraktiver ist, als das, was sie ersetzt). Nachhaltige Materialien sind wiederverwendbar und verursachen weniger (Plastik)Müll. Wir haben viele Stoffe wie Metall, Papier und Bambus ausprobiert - Glas hat sich jedoch als ideal in vielerlei Hinsicht erwiesen, insbesondere was die Wiederverwendbarkeit angeht.

Wie kann ich es unterwegs vermeiden aus Plastik Strohhalmen trinken zu “müssen” (z.B. in Bars/ Restaurants/ Street Food)?

Man kann bei dem nächsten Bar-oder Restaurantbesuch einfach sagen, dass mein kein Strohhalm möchte. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass der Kellner erst mit Unverständnis reagiert, aber bestenfalls kommt man kurz ins Gespräch und kann ihn für das Thema sensibilisieren. Vielleicht ist diese Bar aber schon bereits mit unseren HALM ausgestattet - wir arbeiten dran! Für Unterwegs gibt es unsere HALM in einem handgemachten Etui und einer kleinen Bürste für die schnelle Reinigung.

BILD. HALM

BILD. HALM

Habt ihr weitere Produkte für die Zukunft geplant?

In Zukunft werden wir die HALMe in weiteren verschiedene Längen und Sets anbieten, um spezielleren Anfragen aus der Gastronomie und unseren B2C-Kunden gerecht zu werden.

Wo kann man eure Trinkhalme kaufen?

Hauptsächlich in unserem Online Shop auf HALM.co oder in einigen ausgewählten Gastronomien in Berlin, die nicht nur HALMe tagtäglich nutzen, sondern auch selbst unsere Sets verkaufen. In Zukunft werden weitere Standorte in ganz Deutschland dazu kommen. Eine aktuelle Übersicht findet Ihr hier in unserem HALM Finder.

Unterstützt ihr Projekte, die euch persönlich am Herzen liegen?

Unser Motto ist „Profit For All“ und wir leben es unter anderem durch die enge Zusammenarbeit mit dem Lebenshilfewerk. Unsere HALM werden dort verpackt und direkt verschickt. So sparen wir auch unnötige Kosten und Energien für den Transport ein.

Unser Streben ist es, eine Firma mit Null Plastik Impact zu werden, denn wir glauben, dass dies gehen kann und auch muss. Gleichermaßen werden wir mit 50% unserer Profite, Projekte unterstützen, die sich mit den Bereichen CleanUp, Bildung, Forschung um das Thema Plastikmüll beschäftigen.

Bild: HALM

Bild: HALM

Wie wichtig ist Nachhaltigkeit in eurem privaten Leben?

Das Thema Nachhaltigkeit ist seit HALM natürlich auch privat noch wichtiger und bewusster geworden. Es ist nur logisch, dass wir auch Zuhause versuchen so gut es geht, Plastik zu vermeiden und einfach bewusster im Umgang mit Abfällen leben. Gleichzeitig sind wir hier natürlich noch längst nicht am Ende der Möglichkeiten angekommen. Es ist auch für uns ein ewiger Prozess.

Was muss getan werden, damit mehr Leute einen nachhaltigen Lebensstil leben und was kann man tun, um Plastikmüll zu vermeiden?

Wir denken, dass wir dafür mehr positive Beispiel schaffen müssen, die inspirieren. Es braucht mehr Menschen wie dich Susann, die konkret aufzeigen, wie ein solches Leben aussehen kann. Um die breite Masse zu erreichen müssen jedoch auch politisch Anreize geschaffen werden, damit Unternehmen nachhaltiger werden.

Und zum Abschluss: Wohin geht eure Reise, welche Ziele verfolgt ihr mit HALM?

Grundsätzlich ist es unser Ziel dem Plastikstrohhalm weltweit den Garaus zu machen. Mit HALM wollen wir dazu eine attraktive Alternative anbieten, denn wir glauben, dass Verbote nur ein Teil der Lösung sein können.

Vielen lieben Dank für das sehr spannende Interview David & viel Erfolg mit eurem Herzensprojekt HALM!