#plasticfree – Plastiktüten? Nein Danke!

Ich möchte sie nicht mehr sehen, weder im Supermarkt, noch in der Einkaufsstraße. Heute ist Internationaler Plastiktütenfreier Tag und nicht nur an Aktionstagen wie diesem sollten wir uns ins Gedächtnis rufen, wie gefährlich Plastiktüten eigentlich sind, denn es lässt sich nicht mehr leugnen, dass Plastik eines der größten Umweltprobleme unserer heutigen Zeit ist.

Was ist so schlimm an Plastiktüten?

Kaum ein anderes Produkt verwenden wir so gedankenlos, wie die Plastiktüte. Beim Einkauf war sie lange Zeit die einzige Alternative, in der Obst- und Gemüseabteilung ist sie leider auch heutzutage noch die Norm. Für 30 Minuten durchschnittliche Nutzung, gefährden wir gewissenlos unsere Umwelt – und das jeden Tag.

Doch egal ob als Mülltüte oder Einkaufstasche, die Plastiktüte ist fester Bestandteil des täglichen Lebens. Laut Umweltbundesamt verbraucht jeder Deutsche jährlich 71 Plastiktüten.  

Nach Gebrauch, werfen wir diese entweder in den Müll oder verwenden sie als Mülltüten, ohne uns Gedanken zu machen, was danach passiert. Vielleicht denkst du, dass alle Plastiktüten ja eh recycelt werden und sich so der Kreislauf wieder schließt. Doch so einfach ist es leider nicht. Angeblich landet nur ein geringer Prozentteil aller Tüten im gelben Sack, wo sie tatsächlich recycelt werden könnten. Der Teil, der im Hausmüll landet, wird schlicht und einfach verbrannt, wodurch klimaschädliche und giftige Substanzen freigesetzt werden. Und was passiert mit dem Rest? Der landet früher oder später in der Natur und schließlich in unseren Weltmeeren. 

Grafik: © Nele Prinz & Steffen Kraft / WDC

Plastiktüten sind nahezu unsterblich, denn sie bestehen aus Polyethylen (PE), einem aus Erdöl hergestellten Plastik. Für ihre Herstellung werden jede Menge Rohöl, Wasser und Energie verbraucht. Eine einzige Tüte verfällt innerhalb von 500 Jahren in winzige Partikel, auch Mikroplastik genannt, die über Flüsse in die Meere gelangen und dort eine riesige Gefahr für die Tiere darstellen. Meeresbewohner verwechseln diese kleinen Plastikteile mit Plankton und sterben so massenweise. Auch Hochseevögel sind betroffen, da sie ihre Nahrung direkt aus dem Meer beziehen. Bei 93% aller Eissturmvögel wurden Plastikteile im Magen nachgewiesen. Oftmals finden sich giftige Rückstände auch in Fisch, der auf unseren Tellern landet – stell dir einfach mal kurz vor, was du dann genau isst. Nicht nur eklig, sondern wirklich traurig. Weitere Informationen findest du beim WWF.

Was kann ich als Verbraucher gegen den Plastikwahn tun?

Viel! Ab 1. Juli haben sich 240 Handelsunternehmen dazu verpflichtet Geld für Plastiktüten zu verlangen, die Höhe können sie dabei selbst bestimmen. Viele Geschäfte, wie Rossmann, gehen bereits seit einiger Zeit mit gutem Beispiel voran und haben Plastiktüten gänzlich aus ihrem Angebot gestrichen. Auch in Frankreich wurden die kleinen Einwegtüten an der Obsttheke bereits komplett verboten. 

Am Beispiel Irlands sieht man, dass bereits ein Betrag von 22 Cent pro Tüte den Verbrauch pro Kopf von 328 auf 16 Tüten verringert. Doch mal ganz ehrlich – 22 Cent sind schnell bezahlt. Die Hemmschwelle ist gering, der Preis im Vergleich zum Einkauf viel zu gering. Es muss ein Umdenken bei den Verbrauchern eintreten, damit Plastiktüten bald ganz der Vergangenheit angehören. Wie kann es sein, dass wir im Supermarkt z.B. Obst & Gemüse, also die Lebensmittel, die von Natur aus bereits „eingepackt“ sind, in Plastik einschweißen müssen? Völlig unnötig! 

Die irrsinnigsten Verpackungen aus dem Supermarkt findest du übrigens bei Utopia.

Ein verantwortungsvolles Verhalten seitens der Verbraucher kann die Menge an Plastiktüten drastisch verringern, denn es gilt wie immer: Die Nachfrage bestimmt das Angebot!

Wenn du also die Möglichkeit hast, dann verzichte ganz auf Plastiktüten und vergiss nicht dir vor jedem Einkauf eine wiederverwendbare Tüte einzupacken. Falls du nicht drum herum kommst, dann versuche die Plastiktüte so oft wie möglich wiederzuverwenden und dann ab in die gelbe Tonne damit. 

Nachhaltigkeit Plastiktüten

Die „Alternativen“

Plastiktüten #plasticfree

Bioplastiktüten – Diese Tüten bestehen teilweise aus nachwachsenden Rohstoffen und tragen so das inoffizielle Siegel besonders umweltfreundlich zu sein. Für deren Herstellung werden allerdings auch bis zu 70% Rohöl verwendet. Leider belasten Bioplastiktüten so durch ihre energie- und rohstoffintensive Herstellung die Umwelt enorm und sind somit keine wirklich gute Alternative zu normalen Plastiktüten.

Papiertüten – Damit Papiertüten reißfest werden muss viel Chemie eingesetzt werden, was wiederum schlecht für die Umwelt ist. Damit sich die Klimabilanz auszahlt, müsstest du eine Papiertüte 3- bis 4-Mal verwenden. Leider werden noch zu wenige Tüten aus Altpapier angeboten, da diese wesentlich umweltschonender wären, als Frischfasertüten. 

Baumwollbeutel – Für den Anbau von Baumwolle werden viel Wasser und Pestizide verwendet, was weder die Umwelt, noch Ressourcen schont. Taschen aus Baumwolle lohnen sich nur dann, wenn sie mehr als 30 Mal benutzt werden. Allerdings gibt es mittlerweile viele Beutel aus Bio-Baumwolle, Hanf oder Leinen, deren Ökobilanz wesentlich besser ausfällt. 

PET-Tragetaschen – Die stabilen recycelten PET-Tragetaschen werden zu 90% aus Einweg-Flaschen hergestellt. So fällt kein zusätzlicher Abfall an und es werden Ressourcen geschont. Bereits nach 3-maliger Nutzung sind PET-Taschen umweltfreundlicher, als herkömmliche Plastiktüten.

Polyester – Besonders strapazierfähig und umweltfreundlich sind Beutel aus Polyester. Die kleinen Beutel lassen sich einfach verstauen und theoretisch kannst du so immer einen in deiner Tasche verstauen, falls du doch mal ungeplant einkaufen musst.

Der gute alte Korb – Ja, auch der altbekannte Korb ist eine tolle Alternative und macht besonders auf dem Wochenmarkt eine gute Figur. 

Glas – Immer beliebter werden sogenannte Unverpackt-Läden, in denen du dir deine Lebensmittel selbst abfüllen kannst. Für kleine oder feine Lebensmittel, wie Reis oder Mehl, bieten sich hier auf jeden Fall Glasbehälter an, die du unendlich oft wiederverwenden kannst. 

Doch egal welche Alternative dir am meisten zusagt, wichtig ist: Mehrweg ist besser als Einweg!

Wie stehst du zu Plastiktüten? Hast du noch andere tolle Alternativen, die die Umwelt weniger stark belasten?