Was Nachhaltigkeit für mich bedeutet

Der Duden definiert Nachhaltigkeit als ein „Prinzip, nach dem nicht mehr verbraucht werden darf, als jeweils nachwachsen, sich regenerieren, künftig wieder bereitgestellt werden kann“. 

Ok, klingt logisch – aber warum fällt es uns so schwer nachhaltiger zu leben?

Wie immer liegt es an unseren Gewohnheiten. Samstag noch nichts vor? Ab in die Stadt, mal schauen, was es so neues in den Schaufenstern gibt. Das Steak im Supermarkt ist heute günstiger? Schnell einpacken – super Preis. Die Liste könnte ewig so weiter gehen, Hauptsache günstig, hübsch anzusehen und praktisch. 

Wir sind so daran gewöhnt, dass uns alles immer zur Verfügung steht und wir ständig etwas Neues kaufen müssen, weil das was wir haben nicht mehr gut genug sei. Ist dir schon einmal aufgefallen, dass Fast-Fashion Labels aller zwei Wochen neue Klamotten im Laden haben? Es wird uns suggeriert, dass wir etwas verpassen, wenn wir nicht sofort zuschlagen. Gehirnwäsche sozusagen.

Auch vor mir hat die Fast-Fashion Industrie nicht halt gemacht und fast wöchentlich hieß es: ab zum shoppen. Klar, ganz normal. Fast schon ein Hobby und auch gut zum Abschalten vom Alltagsstress. Fleisch auf dem Speiseplan, natürlich. Warum auch nicht, schmeckt doch super. Oh und hast du schon das neue Beautyprodukt gesehen? Muss ich testen. Plastikfrei – what?

Warum ich mir Gedanken gemacht habe

Alles begann 2014, als ich zusammen mit meinem Freund alle Zelte in London abbrach, um auf Weltreise zu gehen. Wir hatten damals genug vom Großstadtdschungel, dem täglichen Pendeln und den horrenden Preisen. Eine Auszeit war mehr als nötig. Beim Ausmisten meines Kleiderschranks bemerkte ich erst, wie viel sich über die Jahre angesammelt hatte. Und wie wenig ich davon wirklich anzog. Damals entschieden wir uns dazu, fast alle ausgemisteten Klamotten zu spenden, hatten aber immer noch sage und schreibe 35 Kisten, die nach Deutschland wanderten. Kein Problem dachte ich mir noch, die Kisten stören ja niemanden. Für unsere Reise hatten wir schließlich nur einen 40L Rucksack zur Verfügung – wir mussten uns also zwangsläufig auf das Wesentliche konzentrieren. 

Und auch wenn ich es nicht gedacht hätte, nach einigen Wochen gefiel mir das Gefühl, alles was ich brauchte in meinem Rucksack zu haben. Kein Stress bei der morgendlichen Klamottenauswahl, kein schnelles Wegwerfen gebrauchter Kleidung. Ein gutes Gefühl. Andere Dinge wurden wichtiger und das Thema „Klamotten“ schien plötzlich irgendwie lächerlich. Unnötig viele Shampoo-Flaschen mit mir herumtragen? Hilfe, der Rucksack ist doch schon schwer genug, ein Stück Seife tut es auch. 

Nach 9 Monaten kehrten wir zurück nach Deutschland. Plötzlich hatte ich wieder Zugang zu Konsum. Viel zu viel, Dinge die ich in den letzten Monaten nicht vermisst hatte, waren plötzlich wieder direkt vor meiner Haustür. Doch der Drang wieder in alte Gewohnheiten zu verfallen war wie weggeblasen. Ich musste nicht mehr shoppen, um glücklich zu sein. Durch unsere Auszeit wurde mir klar, dass Klamotten nicht glücklich machen. Andere Dinge nahmen mittlerweile einen viel größeren Platz in meinem Leben ein. Erfahrungen, reisen, neue Freundschaften. Das Leben. Der erste Schritt war getan. 

Ein nachhaltiges Leben beginnt bei Alltagsentscheidungen

Mein Mantra. Denn das Prinzip Alles oder Nichts funktioniert für mich nicht. Wenn ich versuche wirklich alles richtig zu machen, bekomme ich nur schlechte Laune, bin unflexibel und habe Lust auf ein Stück Käse. Das hilft niemandem.

Weniger wollen / Einen Gang runterschalten / Reflektieren / Den Alltag vereinfachen

Der Schlüssel zum Erfolg ist für mich, offen für neue Ideen durch die Welt zu gehen. Mir jeden Tag zu verdeutlichen, dass weder Tiere noch Menschen für mein Wohlergehen leiden müssen und ich mich mit weniger Besitz 100x besser fühle. Ich möchte meiner Umwelt respektvoll gegenüber treten und nicht sinnlos dem Überfluss verfallen. Viel lieber genieße ich maßvoll, ohne dass es mir dabei an irgendetwas fehlt. 

Nachhaltigkeit Fahrrad

Ein paar Dinge, die ich jeden Tag anders mache:

  • Seit 2014 ernähre ich mich vegetarisch und zu Hause oft sogar vegan
  • Ich kaufe nur nichts mehr bei Zara & co. Heute setze ich auf Qualität vor Quantität und versuche Impulskäufe ganz zu vermeiden
  • Für den Supermarkteinkauf benutze ich meine eigenen, wiederverwendbaren Tüten
  • Anstelle von normalen Shampoos verwende ich Shampoo ohne Tenside/ Silikone in recycleten Flaschen
  • Auch Duschgel habe ich durch Seife ersetzt, die nicht umweltschädlich ist
  • Beim Einkaufen achte ich darauf, so wenig in Plastik verpackte Produkte zu kaufen wie möglich
  • Fahrrad > Auto

5 Dinge, die du jeden Tag ganz einfach ändern kannst, findest du hier.

Jede noch so kleine Veränderung ist gut und wichtig. Befasse dich intensiv mit den Dingen, die dich täglich umgeben, hinterfrage und arbeite an deiner Einstellung. Was mir hilft, ist es mich auf eine Sache zu konzentrieren. Du wirst dich automatisch nach und nach für ein nachhaltigeres Leben interessieren. Auch wenn es unmöglich klingt, aber jeder von uns kann jeden Tag die Welt ein bisschen besser machen.

Was bedeutet Nachhaltigkeit für dich? Warum lebst du nachhaltiger? 

“You may never know what results come of your action, but if you do nothing there will be no result.”
  Mahatma Gandhi

Nachhaltigkeit Bedeutung