Nachhaltiger Tourismus - Ein Gewissenskonflikt?

Nachhaltig reisen

Wir sind Reisende. Wir lieben es neue Länder und Kulturen zu entdecken und darüber zu schreiben. Aber stopp - bleibt das Thema Nachhaltigkeit dabei nicht automatisch auf der Strecke?

Gerade internationale Reisen sind meist alles andere als nachhaltig, sei es der Langstreckenflug, der jede Menge CO2 Emissionen ausstößt oder das All-Inclusive-Hotel am Strand, welches nicht nur eine ganz schlechte Öko-Bilanz aufweist, sondern wohlmögich auch noch in einem Naturschutzgebiet gebaut wurde.

Unsere Erde hat nur bedingt Ressourcen und es gibt nur eine handvoll wunderschöner, natürlicher und unangetasteter Orte, welche durch Massentourismus zerstört werden können. Gerade hier in Yucatan stelle ich fest, wie weit der Tourismus hier ist und wie er all die wunderschönen Orte verändern kann. Touristenmassen, die mit riesigen Reisebussen oder schlimmer - Kreuzfahrtschiffen - von einer Attraktion zur nächsten gekarrt werden, ohne dass sie eigentlich genau wissen wo sie sind, sich ihren Starbucks To-Go Kaffee holen und sich dabei wenig mit dem lokalen Leben auseinandersetzen. Der Plastikmüll, der die paradisischen Strände verunstaltet ist dabei ein natürliches und sehr unerfreuliches Nebenprodukt.

Doch es geht auch anders - nachhaltig!

Nachhaltiges Reisen bedeutet, einen Weg zu finden, bei Reisen weder die Natur noch die natürlichen Ressourcen zu sehr zu beanspruchen. Nachhaltiger Tourismus sollte die negativen Auswirkungen des Reisens minimeren und idealerweise dem Reisegebiet zu Gute kommen. Dabei sollte die Natur gewertschätzt werden. Nicht jedem Reisenden sind die Auswirkungen des Tourismus für Land und Umwelt bewusst, oder wie er Einheimische und Geschäfte beinflusst.

Die offizielle Definition von nachhaltigem Tourismus der Umweltdatenbank lautet:

"Als nachhaltig wird Tourismus dann angesehen, wenn er einen Umgang mit allen Ressourcen in einer Art und Weise ermöglicht, dass ökonomische, soziale und ästhetische Bedürfnisse erfüllt werden können und gleichzeitig die kulturelle Integrität, essentielle ökologische Vorgänge und die Biodiversität erhalten bleiben."

Eindrücke aufnehmen - Slow Travel

Nachhaltiges Reisen - So geht's

Als Touristen und Reisende, egal ob Backpacker oder Jahresurlauber, mit viel oder wenig Budget, wir alle müssen Verantwortung dafür tragen, einen nachhaltigeren Tourismus zu fördern und zu leben. Dabei wissen viele nicht, was sie tun müssen, um nachhaltiger zu reisen. Das geht ganz einfach Step-by-Step, muss nicht anstrengend sein und vielleicht kannst du ein paar Dinge direkt in den Weihnachtsferien umsetzen.

Transport

Flugreisen: Du kannst den negativen Einfluss von Flugreisen minimieren indem du weniger fliegst. Überraschung! Leider hat sich in den letzten Jahren ein verstörtes Verhältnis zum Fliegen eingestellt, denn Flüge werden immer günstiger und so ist es für viele erschwinglich auch regelmäßig weit weg zu fliegen. Ich kann mich hier selbst nicht ausschließen, denn vor allem in den letzten 4 Jahren habe ich doch einige Flugmeilen gesammelt. Wenn es also schon Flugreisen sein müssen, dann versuche länger an einem Ort zu bleiben und dort öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, genügend Zeit solltest du dann dafür haben.

Mit dem Rad die Umgebung erkunden

Andere: Madeleine von DariaDaria macht es schon seit langer Zeit richtig und nimmt für längere Reisen den Zug. Finde ich super, denn meist kommt man mit dem Zug auch noch viel entspannter am Ziel an. Viele Reisende nehmen im Urlaub viel zu oft ein Taxi, warum eigentlich? Macht man zu Hause doch auch nicht. Also lieber auf's Fahrrad springen oder einfach mal zu Fuß gehen - spart gleichzeitig noch jede Menge Geld und man sieht viel mehr. Auch öffentliche Verkehrsmittel sind je nach Reiseland meist ungefährlich und kostengünstig. Hier in Mexiko sind wir ab und zu mit den sogenannten "Collectivos" unterwegs, kleine Busse, die an vielen Stellen halten und dich somit wunschgemäß an einem Punkt "rausschmeißen" können.

Nachhaltig reisen und entdecken

Unterkunft

Ich war noch nie ein Fan von All-Inclusive-Hotels oder riesigen Hotelanlagen. Viel zu unpersönlich und irgendwie auch einengend. Hier auf der Halbinsel Yucatan sind die Anlagen Gang und Gebe. Doch gerade dieser Massentourismus ist nicht nachhaltig, auch wenn die Angebote der Reiseveranstalter oft verlockend und günstig sind. Reisende enden in Resorts, die so wie sie sind überall auf der Welt stehen könnten, werden von einer Attraktion zur nächsten gejagt und lernen die lokale Kultur meist gar nicht erst kennen. Im Hotel gibt's ja schließlich alles was man braucht.

Wir nutzen meist Airbnb, denn hier gibt es oft tolle Unterkünfte für wenig Geld. Hier in Mexiko allerdings, findet man die besten Unterkünfte direkt vor Ort, einfach ein wenig rumlaufen und gute Hoteldeals finden.

Airbnb in Spanien, Tarifa

Für Hartgesonnene bietet sich als Alternative Couchsurfing prima an, denn hier übernachtest du bei Einheimischen, entweder auf dem Sofa oder wie wir in Darwin in einer luxuriösen Wohnung mit Meerblick. Und das ohne einen Cent zu zahlen, denn Couchsurfing beruht auf dem Prinzip der Gastfreundschaft.

Am besten sind natürlich nachhaltige Hotels, also Unterkünfte die sich nachhaltig engagieren und bei ihrem Hotelbetrieb auf Nachhaltigkeit achten. Solarenergie, energiesparende Beleuchtung, Recycling o.ä. sind Indikatoren für Green Hotels. Auch wenn das Essen im Hotel lokal bezogen wird, trägt dies einen Beitrag zur Nachhaltigkeit bei.

Wenn du gerne in der Natur übernachtest, dann ist Camping eine tolle Sache. In Tulum, Mexiko haben wir ein paar coole Zelte direkt am Strand entdeckt - so kannst du den wahnsinnig tollen Sonnenaufgang direkt von der Matratze aus bestaunen.

Wichtig ist, dass du große Hotelketten und Ressorts meidest, denn hier tust du mit deinem Geld nur dem Hotel etwas Gutes, nicht jedoch den Arbeitern oder Einheimischen. Meist haben diese nämlich garnichts vom boomenden Business.

Leben und Genießen

Nachhaltig ist, was aus der Region kommt. Wenn möglich solltest du also lokal produzierte Lebensmittel konsumieren, da diese nicht extra eingeflogen werden und somit keine weiten Strecken überwinden müssen. Lokale Restaurants sind außerdem super, um das "echte" Essen des Landes zu probieren und oftmals sehr viel günstiger.

Gerade hier in Mexiko werden uns an jeder ecke Touren angeboten. Sei es zu den Cenoten, Ruinen oder auch Schnorcheltouren. Das ist alles gut und schön, oftmals aber nicht sehr nachhaltig. Sei besonders hellhörig, wenn es um Touren geht, die sich um Tiere drehen, denn leider werden diese häufig schlecht behandelt (z.B. Elefantenreiten in Thailand) oder in deren natürlichen Lebensraum eingedrungen. Informiere dich also vorab und entscheide dich für Touren, die die Tier- und Umwelt nicht zerstören.

Den Moment genießen.JPG

Auch wenn es draußen mega heiß ist, solltest du die Klimaanlage im Zimmer nur bedingt nutzen. Klimaanlagen sind Stromfresser, also schalte sie immer aus, wenn du das Zimmer verlässt.

Noch ein kleiner Tipp: Wer mit weniger Gepäck reist, der minimiert den CO2 Ausstoß gleich noch mit, denn je schwerer das Gepäck, desto mehr Treibstoff muss verbraucht werden. Wir reisen momentan nur mit Handgepäck, doch dazu bald mehr.

Hast du noch Anregungen oder Fragen? Immer her damit – Ich freu mich auf deinen Input.