ERLICH TEXTIL - Faire Unterwäsche für jedes Budget [INTERVIEW]

erlich Textil

Bist du noch auf der Suche nach der bequemsten Unterwäsche für jeden Tag? Dann habe ich heute etwas für dich: erlich Textil. Das Kölner Unternehmen stellt seit Anfang diesen Jahres nachhaltige Unterwäsche her, die perfekt sitzt und gleichzeitig super bequem ist. Ich wollte mehr erfahren und habe Sarah & Benjamin zum Interview gebeten.


Hi ihr zwei - Wer steckt hinter erlich Textil und wie entstand die Idee für ein nachhaltiges Wäsche-Label?

Wir, das sind Benjamin Sadler und Sarah Grohé haben 2015 angefangen an der Idee zu nachhaltiger Unterwäsche zu feilen – die Firmengründung Anfang 2016 und der Launch des Onlineshops zum 01.07. sind die bisherigen Meilensteine unserer jungen Firma.

Die Idee entstand als wir immer bewusster die Produkte wahrnahmen, mit denen wir im Alltag in Berührung kommen, und die wir ganz nah an uns ranlassen – bis hin zur Body Lotion aus dem Reformhaus oder Gemüse vom Biobauern.

Da wir beide in der Modebranche arbeiten, wir haben uns bei KERBHOLZ kennengelernt, lag der Sprung zum Textil nahe. Und kein Textil lassen wir so nah an uns heran, wie Unterwäsche.

Foto: erlich Textil

Foto: erlich Textil

Was macht euch besonders?

Die Kombination aus jungem, modernen und alltagstauglichen Design mit hoher und nachhaltiger Qualität.

Auch das Geschäftsmodell ‚Online Only‘ ist eine Neuerung im europäischen Wäschemarkt. Durch den Direktvertrieb über das Internet an den Endkunden können wir hochwertige, mit schwäbischer Präzision produzierte Wäsche zu einem super Preis anbieten. 

Welche Materialien verwendet ihr für eure Produkte?

Wir setzen Baumwolle und/oder Modal ein. Soweit es geht versuchen wir Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau zu nutzen.

Woher bezieht ihr eure Materialien?

Wir nutzen Modal der Firma Lenzing (Österreich), das Biobaumwollgarn stammt aus Indien, die herkömmliche Baumwolle aus der Türkei. Gesponnen, gefärbt und gestrickt wird fast alles auf der Schwäbischen Alb.

Leider legen viel zu viele Unternehmen kaum Wert auf faire Arbeitsbedingungen und Löhne. Bei euch ist das zum Glück anders, wie und wo produziert ihr?

Wir hatten das große Glück mit unserer Idee einen traditionsreichen deutschen Wäschehersteller zu überzeugen. Im Designatelier auf der Schwäbischen Alb entstehen also die erlich Musterteile, fast alle Stoffe werden hier gestrickt und gefärbt. Der Zuschnitt erfolgt ebenfalls hier und genäht wird in kleinen Mengen ebenfalls hier, der größere Teil aber in der Näherei in Rumänien.

Unser Produzent ist GOTS und ÖkoTex100 zertifiziert und ebenfalls freiwilliger Träger des BSCI Gütesiegels. Für alle Auszeichnungen werden sämtliche Bestandteile der Lieferkette, also vom Garn bis hin zum Nähen in regelmäßigen Abständen unabhängig überprüft, so dass wir sicher sind hier mit Partnern zusammen zu arbeiten, denen die fairen Arbeitsbedingungen und Sicherheit am Arbeitsplatz mindestens genauso wichtig sind wie uns selbst.

Oftmals sind nachhaltig produzierte Kleidungsstücke alles andere als erschwinglich. Wie schafft ihr es, eure Produkte zu attraktiven Preisen anbieten zu können?

Das ist unserem Geschäftsmodell ‚Online Only‘ zuzuschreiben. Unsere Produkte werden quasi aus der Näherei direkt über unseren eigenen Onlineshop an den Endkunden verschickt, so dass wir Mittelsmänner, Lizenzgebühren oder zum Beispiel Vertriebsnetz Kosten ausklammern können. Und diese Ersparnis geben wir an unsere Kunden weiter. Denn Nachhaltigkeit hilft vor allem, wenn sie vielen Menschen zugänglich gemacht wird!

Habt ihr weitere Produkte für die Zukunft geplant?

Wir haben natürlich noch viele Ideen, dabei liegt der Fokus verstärkt auf neuen Farben und Modellen für Damen und Herren. Jetzt vor Weihnachten wird es noch ein Langarmshirt Rippe für Frauen geben. Ansonsten orientieren wir uns auch viel an Kundenwünschen und versuchen deren Feedback mit einfließen zu lassen. Für das kommende Jahr arbeiten wir aber auch schon an einer ganz anderen Sache. Zwar Textil aber was anderes.

Habt ihr ein persönliches Lieblingsprodukt aus eurem Shop?

Bei Sarah ist es ganz klar unsere Marlene. Egal ob zu Jeans oder auch etwas Schickem. Sarah fühlt sich damit einfach immer angezogen. Für Benjamin ist es einfach ein tolles Gefühl die eigenen Produkte tagtäglich zu tragen. Dabei geht es fast gar nicht mehr ohne den Gustav. Benjamin findet einfach, dass es die bequemste Unterhose ist, die er je hatte.

Wie stellt ihr euch eure perfekte Unternehmenszukunft vor?

Perfekt wäre es, wenn wir einfach merken, dass unsere Idee nachhaltig gut bei unseren Kunden ankommt und wir auf diesen Erfolg aufbauen können. Neue Modelle, Linien und auch andere textile Ideen würden wir gerne umsetzen. Uns liegt aber vor allem viel daran, dass unsere Kunden unsere Produkte aus Überzeugung kaufen. Es wäre schön auch unser Team aufzustocken um einfach noch mehr Zeit für kreatives Arbeiten zu schaffen.

Foto: erlich Textil

Foto: erlich Textil

Welchen Stellenwert nimmt das Thema Nachhaltigkeit in eurem persönlichen Leben ein?

Wir versuchen beide darauf zu achten in unserem Konsumverhalten unserer Einstellung von Nachhaltigkeit gerecht zu werden. Dazu gehören ein bewusstes Einkaufen, sowie ein bewusstes Leben. Diese Einstellung findet sich dann zum Beispiel beim täglichen Supermarkteinkauf aber auch beim Klamottenshopping wieder. Benjamin ist ein großer Freund vom Reparieren von Dingen. Oftmals sind Dinge einfach uns kostengünstig zu reparieren und müssen dann auch nicht neu gekauft werden.

Wie wird sich grüne Mode eurer Meinung nach zukünftig entwickeln & was muss sich ändern, damit das Thema noch präsenter wird?

Wir sind beide der Überzeugung, dass sich der Trend, den man mittlerweile in so vielen Bereichen unseres Alltags erkennen kann auch in der Mode immer stärker abzeichnen wird. Dabei ist es den Menschen einfach immer wichtiger zu wissen, woher die Gegenstände kommen, mit denen man alltäglich in Kontakt ist. Dabei ist es bei Mode und speziell bei Unterwäsche ja sogar so, dass man diese direkt und sehr intim auf der Haut trägt. Wir denken, dass man die Menschen auch noch etwas mehr dahin gehend sensibilisieren sollte, nachzudenken ob es wirklich notwendig ist sich das zehnte Shirt und das 20. Paar Schuhe zu kaufen. Lieber etwas weniger dafür das mit gutem Gewissen.

Grüne Mode wird sich sicherlich immer weiterentwickeln und unserer Meinung auch immer weiter aus der Niche herausbewegen.


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