Costa Rica Travel Guide - Budget, Highlights & Nachhaltigkeit

Rio Celeste Wanderung Costa Rica

Pura Vida – Costa Rica ist Regenwald, Traumstrand, Artenreichtum und Lebenslust in einem. Costa Rica ist ein Land der Kontraste und das perfekte Backpacking Einstiegsland. Neben einer paradiesischen Karibikküste, hat das Land noch einiges mehr zu bieten.

Das Landesinnere überzeugt mit Natur pur, Artenvielfalt und vulkanischen Landschaften. Hier kannst du wandern und einfach mal die Natur genießen. Dabei läuft dir sicherlich das ein oder andere Faultier über den Weg. Wenn du eher ein Strandmensch bist, dann wird die Pazifikküste ein wahrer Traum für dich sein. Endlos lange Strände, perfekte Wellen, um zu surfen und Erholung pur – ja, in Costa Rica kannst du alles haben.

Auch wenn du in Costa Rica als Backpacker mit deinem Budget an Grenzen kommen wirst, so lohnt sich eine Reise allemal. Wo sonst kannst du so viele Vegetationsformen auf einmal erleben?

Tipps zu deiner Costa Rica Reise, was du im Landesinneren und an der Pazifikküste auf keinen Fall verpassen darfst und ob es stimmt, dass Costa Rica eines der nachhaltigsten Reiseziele der Welt ist, zeige ich dir jetzt.

Costa Rica Travel Guide Pinterest

Costa Rica – Reisebudget

Als Backpacker hat man es in Costa Rica nicht einfach. Vor allem, wenn du wie wir ein Doppelzimmer einem Mehrbettzimmer vorziehst. Unterkünfte sind in Costa Rica richtig teuer, denn unter 40€ pro Nacht und Zimmer wirst du kaum etwas finden. Oft war die Enttäuschung dann auch groß, denn leider sind die Hotels in dieser Preiskategorie recht unterirdisch. Zum Vergleich, in Zipolite in Mexiko übernachtest du für die Hälfte in einem geräumigen und sauberen Zimmer. Das Gute, fast überall gibt es eine kleine Gemeinschaftsküche, in der du dich selbstverpflegen kannst. Dies macht besonders bei längeren Reisen Sinn, denn auch im Restaurant musst du tief in die Tasche greifen.

Obwohl Costa Rica das teuerste Land Mittelamerikas ist, verbrachten wir ganze 5 Wochen hier. Die Kosten für deinen Costa Rica Urlaub steigen je nach Art deiner Reise exponentiell an, denn von Hostel bis luxuriöser Eco Lodge ist alles dabei. Wenn du länger als 3 Tage an einem Ort verweilst, dann geben dir die meisten Hotels einen kleinen Rabatt, also immer direkt nachfragen und sparen. Auch lokale Märkte und die landestypischen „Sodas“, kleine familiengeführte Restaurants, können dir helfen, dein Budget in Grenzen zu halten.

Aktivitäten und Eintrittspreise sind im Allgemeinen recht hoch, hier musst du abwägen, wie viel du ausgeben möchtest. Nach oben gibt es keine Grenzen.

Mit Transportkosten, Hotels, Aktivitäten und Essen musst du mit mindestens 85€ für zwei Personen pro Tag rechnen.


Costa Rica – Die Highlights im Landesinneren

Der Arenal Vulkan

Costa Rica besitzt unglaubliche 60 mehr oder wenig aktive Vulkane, einer davon ist der Vulkan Arenal. Imposant und von Lavafeldern umgeben, solltest du ihm unbedingt einen Besuch abstatten. Die perfekte Kegelform macht den 1633m hohen Arenal Vulkan zu etwas ganz Besonderem. Der Vulkan gilt als einer der aktivsten Vulkane der Welt, auch wenn er seit 2010 keine Lava mehr ausgespuckt hat.

Übernachten wirst du mit hoher Wahrscheinlichkeit im kleine Touristenort La Fortuna. Hier gibt es zahlreiche Hotels und Restaurants, mehr aber auch nicht. An jeder Ecke werden dir Touren zum Vulkan oder den heißen Quellen angeboten. Bitte ignorieren und auf eigene Faust losziehen, das macht mehr Spaß und kostet nur einen Bruchteil.

Vulkan Arenal Costa Rica

Der inaktive Vulkan Cerro Chato & die Thermalquellen

Da du nicht auf den Arenal Vulkan hinaufgehen kannst, lohnt sich der Aufstieg auf den 1440m hohen Nachbarvulkan Cerro Chato, der inaktiv ist und in dessen Krater sich ein See gebildet hat. Die Wanderungen hat es in sich, ist aber auch mit normalem Fitnesslevel machbar. Wir starteten in der Observatory Lodge, hier kostet der Einritt 5 USD.

Cerro Chato Wanderung Costa Rica

Zu Beginn läufst du durch offene Landschaften und kannst bei wolkenfreiem Himmel den Arenal Vulkan in voller Pracht sehen. Anschließend musst du die 500 Höhenmeter zum Cerro Chato über Stock und Stein meistern - Gutes Schuhwerk ist ein Muss, denn es besteht Rutschgefahr.

Cerro Chato

Für den Auf- und Abstieg musst du insgesamt 4 Stunden einplanen. Wenn du möchtest, kannst du im Kratersee baden, hierzu musst du den sehr matschigen Weg zum Krater und zurück zusätzlich bewältigen. Doch auch ohne im See zu baden, lohnt sich die Wanderung, denn die Aussicht ist atemberaubend.

Unser Tipp: Wage den Aufstieg am frühen Morgen, dann sind die Chancen, dass es regnet geringer und die Hitze ist auszuhalten.

Nach der anstrengenden Wanderung solltest du unbedingt in einer der Thermalquellen baden gehen. Der bekannteste Ort ist die Thermalanlage Tabacon, die jedoch horrende Eintrittspreise verlangt. Auf der Straße kurz vor der Anlage, gibt es allerdings einen versteckten Eingang zum Thermalfluss, der öffentlich und kostenlos nutzbar ist. Einfach am gelben Seitenstreifen parken und den kurzen Weg durch den Wald zum Fluss laufen.

Der blauste Fluss aller Zeiten - Rio Celeste

Weiter geht es in den Tenorio-Nationalpark im nördlichen Teil Costa Ricas. Die Vulkanlandschaft hat mit den Rio Celeste eine ganz besondere Sehenswürdigkeit zu bieten, denn der Fluss gehört wohl zu den blauesten der Welt.

Rio Celeste Wanderung Costa Rica

Die 3- bis 5- stündige Wanderung führt vorbei an Wasserfällen und läuft mitten durch den dichten Dschungel. Auch hier kann es je nach Reisezeit sehr schlammig und rutschig werden, also denke gar nicht erst daran in Flip Flops loszulaufen (ja, haben wir alles gesehen...). Der Fluss erhält seine hellblaue Farbe aufgrund einer chemischen Reaktion, die du am Ende der Wanderung live miterleben kannst.

Heb dir den Wasserfall bis zum Schluss auf, denn dieser ist wirklich ein Highlight. Leider darf man in dem himmelblauem Wasser nicht baden, aber verlockend sieht es auf alle Fälle aus. Der Eintritt in den Nationalpark kostet 12 USD pro Person und nur bis 14 Uhr ist der Eintritt erlaubt. Ohne Auto bist du hier leider etwas aufgeschmissen, denn so weit ich weiß kommst du sonst nur mit einer geführten Tour zum Rio Celeste. Im Ort gibt es nur wenige Übernachtungsmöglichkeiten und keine Restaurants. Wir haben in der Posada Rural Río Celeste übernachtet und können diese uneingeschränkt weiterempfehlen. Auch das angebotene Essen ist super lecker und typisch für Costa Rica.

Rio Celeste Wasserfall Costa Rica

Costa Rica – Die Highlights an der Pazifikküste

Traumhaft, traumhaft, traumhaft – Costa Ricas Pazifikküste! Wir haben uns ein klein wenig in die Strandorte Santa Teresa und Mal Pais verliebt. Hier scheint alles ein wenig relaxter, unberührter und natürlicher als an anderen Orten der Pazifikküste. Ein bisschen weiter nördlich, zum Beispiel in Tamarindo wimmelt es nur so von feierwütigen amerikanischen Touristen, dass ein Besuch leider nur noch wenig Spaß macht.

Santa Teresa Costa Rica

Hier im Süden der Nicoya Halbinsel laufen die Uhren noch langsamer und zum Sonnenuntergang versammeln sich alle Einheimischen und Besucher am Strand. Tagsüber sind die Temperaturen leider auch so hoch, dass man es nur für wenige Stunden am Strand aushält. Doch für eine kleine Pause bieten sich die vielen kleinen Cafés oder Geschäfte an der Hauptstraße direkt hinter dem Strand an.

Santa Teresa Costa Rica Strand

Autos gibt es hier kaum, hier fährt man Rad oder mietet sich eine Quad, um damit über die Schotterpisten zu düsen. Eine Fahrradtour zu entfernteren Stränden, wie Playa Cocal und Playa Hermosa lohnt sich meiner Meinung nach sehr, denn hier findest du definitiv ein ruhiges Plätzchen unter Palmen. Gleichzeitig bist du so umweltbewusst unterwegs.


Costa Rica – Veganer- & Vegetarierfreundlich?

Definitiv! Obwohl Reis, Bohnen und Fleisch das landestypische Gericht bilden, gibt es davon auch vegetarische Optionen. Probiere unbedingt die sogenannten „Patacones“, frittierte grüne Bananenchips – soooo good! In Costa Rica gibt es auch jede Menge tropische Früchte, wie Ananas, Mangos oder Maracujas, die du probieren musst, denn hier schmecken sie besonders gut.


Costa Rica – Wie nachhaltig ist das Traumland in Mittelamerika wirklich?

Eines der artenreichsten Länder der Welt, welches für nachhaltigen Tourismus steht, wie kaum ein anderes. Costa Rica wirbt nicht nur mit seinem Slogan „Pura Vida“, sondern auch mit „grünem Tourismus“. Klima- und Artenschutz stehen an erster Stelle, viele Hotels sind bereits umweltfreundlich und nutzen erneuerbare Energien, wie Wasserkraft, um dem Klimawandel entgegenzuwirken.

Auch Costa Rica war einst von extremer Abholzung, vor allem für den Salzanbau betroffen. Um der Zerstörung der Natur Einhalt zu gebieten, musste fast die gesamte Landwirtschaft neuer Waldfläche weichen, was bedeutet, dass Grundnahrungsmittel wie Reis und Bohnen aus Nachbarländern importiert werden müssen. Alles, um die Natur zu schützen. Ziel ist es, 70 Prozent der gesamten Fläche in Wälder zu verwandeln. Bereits jetzt fährt man bei einem Costa Rica Aufenthalt durch atemberaubend grüne Landschaften, es scheint, als wäre das Ziel schon bald erreicht.

Auch wenn es für uns Backpacker besonders wichtig öffentliche Verkehrsmittel nutzen zu können, damit wir ein Land auch ohne Auto besichtigen können, hat mir an Costa Rica besonders gefallen, dass es eben doch noch Gegenden gibt, in denen man ohne Auto fast aufgeschmissen ist und nicht alle Straßen ausgebaut sind. Trotzdem kommt man auch mit dem Bus immer von einem Ort zum anderen. Manchmal dauert es dann eben länger. Leider hält dies, besonders die amerikanischen Touristen nicht davon ab, in Massen zu den Hauptsehenswürdigkeiten zu pilgern und einige der schönsten Strände in Partyhochburgen zu verwandeln. Mit Eco Tourismus hat das leider nicht mehr viel zu tun. Trotzdem gibt es noch ein paar Orte, an denen du ein nachhaltiges und natürliches Costa Rica erleben kannst. Die Karibikküste und Santa Teresa am Pazifik sind dafür ein gutes Beispiel.