Backpacking ist die nachhaltigste Art des Reisens!

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Heute sitze ich mit meinem Laptop am Strand, schreibe diese Zeilen und lebe voll und ganz im Moment. Vor drei Jahren sah mein Leben noch anders aus – mein Freund und ich lebten damals in London. Ein hektischer Lebensstil prägte damals unseren Alltag, jedes Wochenende wurde geshoppt was das Zeug hält und fast täglich wartete eines der tollen Restaurants darauf von uns entdeckt zu werden. Ich kann nicht behaupten, dass mir dieses Leben keine Freude bereitet hätte. Doch dann kam der Punkt, als uns das alles nicht mehr wirklich genügte und wir uns nach einer Auszeit sehnten.

Wir stellten fest, dass wir nicht glücklich waren mit den Dingen die wir hatten oder dem Leben, das wir führten. Irgendetwas hatte Klick gemacht und es war an der Zeit anderen Dingen mehr Raum in unserem Leben zu geben. Nach reiflicher Überlegung kündigten wir unsere sicheren Jobs und beschlossen London und den Großteil unserer Sachen hinter uns zu lassen, um auf Weltreise zu gehen. Sechs Monate zuvor hieß es also, sparen, sparen, sparen. Entbehrungen, die sich in vielerlei Hinsicht lohnen sollten. Ich hätte nie gedacht, dass sich meine Einstellung hinsichtlich Konsum so schnell ändern könnte. Auch wenn es damals nur Mittel zum Zweck war und ich mich damals weder mit Nachhaltigkeit noch Konsumverzicht beschäftigte, machte dieses neue Leben mir Spaß.

Doch der erste Gedanke, der dir vielleicht jetzt in den Sinn kommt ist, Weltreise – nachhaltig? Ja durchaus! Warum sich Nachhaltigkeit und internationale Reisen nicht ausschließen, das kannst du in meinem Beitrag über nachhaltigen Tourismus nachlesen. Natürlich kann dieser Lifestyle der Umwelt auch mehr Schaden, ganz besonders wenn man nicht gewillt ist, seinen gewohnten Komfort zu Hause zu lassen. Reisen mit kleinem Budget lässt die ganze Sache gleich anders aussehen. Warum mich Backpacking und ein kleines Reisebudget nachhaltiger gemacht haben, das verrate ich dir jetzt.


Backpacking ist die nachhaltigste Art des Reisens

Warum Backpacking nachhaltig ist

Beim Begriff Backpacking kommt dir sicherlich nicht als erstes Eco-Travelling oder Nachhaltigkeit in den Sinn, aber, ein kleines Budget hilft definitiv dabei die Dinge klarer zu sehen und mehr auf Kleinigkeiten zu achten. Wir haben pro Tag nur ein sehr begrenztes Budget, müssen haushalten und immer versuchen, die günstigere Alternative zu finden.

Handgepäck statt großem Reisekoffer

Handgepäck ist der beste Weg, um unnötig Gewicht und CO2-Emissionen zu sparen! Jedes Gepäckstück, was im Flugzeug extra ist, trägt enorm zur Umweltverschmutzung bei, denn je schwerer das Flugzeug ist, desto mehr Treibstoff muss verbraucht werden. Außerdem fühlt es sich toll ein, zu wissen, dass man sein Handgepäck immer bei sich hat, es am Flughafen oder im Bus nicht abhanden kommen kann und man schnell mit packen fertig ist. Probier es mal aus - Günstiger ist es obendrein!

Nutze öffentliche Verkehrsmittel 

Der wohl logischste Punkt, um nicht nur Geld, sondern auch CO2-Emissionen zu sparen. Wer öfter den Bus nimmt, der nutzt die klimafreundlichste Alternative, um ans Ziel zu kommen*. Gleichzeitig sind öffentliche Verkehrsmittel so viel günstiger, als beispielsweise ein Taxi oder ein Leihwagen. Natürlich bleiben lange Wartezeiten, warme Busse und eingeschränkte Flexibilität nicht aus, doch mit ein wenig Planung kann auch hier alles problemlos über die Bühne gehen. Auch wenn wir uns manchmal ein Auto wünschen, um flexibel von A nach B fahren zu können, so rechnen sich die hohen Kosten oftmals einfach nicht und so verzichten wir der Umwelt und des Geldbeutels zu liebe. Doch wenn es schon ein Auto sein muss, dann buche das Kleinste, was zur Verfügung steht.

Verzichte auf's Auto und schone die Umwelt

Nutze das Flugzeug nur in Ausnahmefällen

Fliegen ist sicherlich ein bequemes und komfortables Fortbewegungsmittel und oft unerlässlich. Wenn du viel Zeit in einem Land zur Verfügung hast, dann empfehle ich dir, keine Flüge unter einer Stunde anzutreten, da du diese Strecken ganz locker auch im Bus zurücklegen kannst. Gleichzeitig sparst du oft jede Menge Geld, denn Busse kosten nur den Bruchteil eines Fluges. Wenn es doch nicht anders geht, dann versuche den direktesten Flug zu nehmen, da die meisten Emissionen bei Start und Landung ausgestoßen werden.

Gehe öfter mal zu Fuß oder nutze das Fahrrad

Wie oft hätten wir ein schönes Fleckchen Erde verpasst, wenn wir in einem Taxi gesessen hätten. Viele tolle Plätze lassen sich bequem zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichen. In vielen Ländern kannst du dir für weniger als 5€ ein Fahrrad leihen und damit durch entlegene Gegenden düsen. Wenn du einfach losläufst, dann entdeckst du sicherlich Dinge, die in keinem Lonely Planet Reiseführer stehen. Hier in Mexiko haben wir so schon die besten Restaurants, Strände oder Hotels gefunden. Gleichzeitig bewegst du dich ordentlich, was leider oftmals viel zu kurz kommt...ich sage nur faul am Strand rumlümmeln...

Öfter mal das Fahrrad nehmen.jpg

Sag NEIN zur Klimaanlage

Wer mag es nicht angenehm kühl im Zimmer, aber muss es immer gleich die Klimaanlage sein? Ich persönlich hege eh einen Groll gegen diese teuflischen Maschinen, denn meist wache ich am nächsten Morgen mit einem trockenen Hals und einer verstopften Nase auf. Nein danke! Viel lieber sind mir Deckenventilatoren, die gleichzeitig noch viel weniger Energie verbrauchen und somit umweltfreundlicher sind. Wenn du gar nicht ohne Klimaanlage auskommst, dann schalte sie wenigstens aus, bevor du das Zimmer verlässt, immerhin etwas. Wir versuchen uns meist ein schattig gelegenes Hotel zu suchen, damit dieses sich tagsüber nicht so extrem aufheizt und auch ab und zu mal ein frisches Lüftchen weht.

Übernachte in familiengeführten Unterkünften

Wenn du wie wir auf’s Geld achten musst, dann kannst du dir eine Nacht in einem All-Inclusive-Resort wohl eh nicht leisten...Doch das ist überhaupt nicht schlimm, sondern macht dich nur umweltfreundlicher. Kleine Hotels oder Bungalows verbrauchen oft viel weniger Wasser und Strom, sind persönlicher und ganz oft kommt man so viel besser in Kontakt mit Einheimischen (Insidertipps!).

Familiengeführte Unterkunft

Souvenirs ja oder nein?

Souvenirs sind ja immer so eine Sache. Einerseits möchte man etwas schönes aus dem Urlaubsland mitnehmen, andererseits liegen Souvenirs anschließend oft irgendwo in der Wohnung rum und werden selten noch einmal angeschaut. Da wir nur mit Handgepäck reisen, habe wir leider keinen Platz, um Souvenirs zu kaufen – doch wenn du wirklich etwas entdeckst, was du mitnehmen willst, dann kannst du dir größere Sache oftmals nach Deutschland schicken lassen. Doch überlege dir lieber zweimal, ob du das Stück unbedingt brauchst und achte darauf, dass dein Kauf lokale Verkäufer und lokales Handwerk unterstützt. Und manchmal reicht ein schönes Foto auch aus...

Souvenirs aus dem Urlaubsland

Du siehst, dass du mit ein paar kleinen Anpassungen direkt viel nachhaltiger reisen kannst, ohne dafür allzu große Opfer bringen zu müssen. Also, was spricht gegen eine grünere und gleichzeitig günstigere Reise? Umweltschutz und Effizienz gehen Hand in Hand und jeder noch so kleine Schritt in die richtige Richtung hilft – also öfter mal den Bus nehmen, in eine wiedervewendbare Trinkflasche investieren, weniger Flugmeilen sammeln etc., um die Umwelt auch unterwegs zu schonen.

Hast du Tipps für nachhaltiges Reisen oder Erfahrungen? Ich freu mich auf deine Geschichte!

* Vergleich CO2-Ausstoß pro Person und 100 Kilometer Entfernung: Flugzeug 23-27 Kg / Auto 14-24 Kg / Bahn 4,5 Kg / Bus 3 Kg